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Erneute Kostensteigerung beim Mainsteg um 0,3 Mio. Euro auf 7,0 Mio. Euro - Gleichwohl sehr erfreulich: Der Bürgermeister rechnet nur noch mit einem Superjumboloanser Kostenanteil von 500.000 Euro

Veröffentlicht am von Dieter Gürz

Seit der Information durch Bürgermeister Jürgen Götz beim Neujahrsempfang am 13. Januar 2019 herrschte Funkstille über das Bauvorhaben "Neuer Mainsteg".

Heute stand nun das Projekt nach gut einem Jahr wieder einmal auf der Tagesordnung des Gemeinderates unter Punkt 1 "Neubau des Mainstegs; Kostensteigerung und Kostenteilung mit der Wasserstraßen- und Schifffahrtsverwaltung".

Laut Vortrag von Bürgermeister Jürgen Götz haben sich laut  Wasserstraßen-Neubauamt Aschaffenburg (WNA) die Gesamtkosten von 6,7 Mio. Euro nochmals um 332.000 € auf nunmehr 7.033.000 Euro erhöht. Ursache der Erhöhung seien "sonstige Bauausgaben" wie Sicherungsmaßnahmen für eventuelle Eislasten , die bislang vom WNA nicht in Ansatz gebracht, also vergessen worden seien. Dadurch habe sich der Kostenteilungsschlüssel für die Gesamtkosten zwischen dem Bund und den beiden Gemeinden für die Gemeinden von 50,41 Prozent auf 50,62 Prozent verschlechtert.

Vor einem Jahr hatte der Gemeinderat, wie in der obigen Folie beim Neujahrsempfang dargestellt, zur Kenntnis nehmen müssen, dass die kalkulierten Kosten für den Steg-Neubau samt Rückbau des bestehenden Ludwig-Volk-Stegs von 4,8 Millionen Euro auf 6,7 Millionen Euro gestiegen sind. Gründe für die um rund 1,9 Millionen Euro gestiegene Kostenberechnung waren damals Auflagen aus der Planfeststellung und dem Schallschutzgutachten, die allgemeine Preisentwicklung im Bausektor sowie zusätzliche Rampenbeleuchtungen. Der Bürgermeister ging beim Neujahrsempfang noch von einem Anteil der Gemeinde Veitshöchheim von 900.000 Euro aus, abhängig von der Zuschusshöhe.

Nun führte der Bürgermeister in der Sitzung am Dienstagabend aus, dass zwischenzeitlich der Förderantrag nach dem Gemeindefinanzierungsgesetz bei der Regierung von Unterfranken eingereicht sei mit einem beantragten Fördersatz von 8o Prozent. Wie Götz sagte, sei ein Fördersatz von 70 Prozent realistisch. Dies würde bedeuten, dass der Veitshöchheimer Finanzierungsanteil an der Gesamtmaßnahme bei 500.000 Euro liegt.

 

Beim Neujahrsempfang 2018 war der Bürgermeister bei Gesamtkosten von 4,9 Mio. Euro noch von 600.000 Euro Anteil Veitshöchheims ausgegangen.

Diese Folie stammt von der Bürgerversammlung 2014. Wie man sieht, wurde bereits damals der Veitshöchheimer Anteil auf 500.000 Euro kalkuliert. Damals ging man noch davon aus, dass der neue Mainsteg im Juli 2018 fertiggestellt ist.

Die erneute Kostensteigerung stieß bei der Beratung des Tagesordnungspunktes im Gemeinderat auf heftige Kritik, ebenso sei die Zeitschiene der Bevölkerung nur schwer vermittelbar.

CSU-Sprecher Mark Zenner stellte Vergleiche zum Flughafenbau in Berlin und zum Bahnhofsbau in Stuttgart an und sagte voller Frustration: "Wir befinden uns auf den Zuschauerrängen und müssen alles akzeptieren nach dem Motto "Vogel friss oder stirb".

"Wir haben ähnlich diskutiert", stellte die SPD-Sprecherin Marlene Goßmann fest.

UWG-Sprecher Stefan Oppmann sprach von einem leidigen Thema. Die Kostensteigerung sei unbegreiflich.

CSU-Mann Andreas Cramer befürchtet weitere Kostensteigerungen und dass der neue Mainsteg noch lange nicht gebaut sei. Gleichzeitig relativierte er, dass angesichts der Kosten von 200.000 Euro, die der anstehende Bau einer behindertengerechten Rampe an den Mainfrankensälen verursacht, der nun auf 500.000 Euro geschätzte Kostenanteil der Gemeinde für den Mainsteg sehr günstig sei. Sein Fraktionskollege Simon Kneitz ergänzte, dass ein neuer Steg im Gegensatz zum alten Steg einen Mehrwert über Generationen hinweg habe.

Bürgermeister Jürgen Götz äußerte hinsichtlich der Zeitschiene die Hoffnung, dass die Regierung von Unterfranken alsbald dem Beginn der öffentlichen Ausschreibung zustimmt. Erst wenn das Ausschreibungsergebnis vorliegt und über den Förderantrag entschieden ist, würden belastbare Fakten hinsichtlich des tatsächlichen Kostenanteils der beiden Gemeinden vorliegen.

Es bleibt also spannend, ob nun, wie geplant, im Frühjahr 2020 der Baubeginn erfolgen und zwei Jahre später im Jahr 2022 der alte Steg abgebrochen werden kann.

Denn schon unter TOP 2 der Tagesordnung befasste sich der Gemeinderat mit der Umgestaltung im Umfeld des alten und des neuen Steges in Veitshöchheim.

Wie Bürgermeister Jürgen Götz ausführte, fand bereits 2018 ein Freiraumplanerisch-städtebaulicher Realisierungswettbewerb statt und wurden die Ersten Preisträger des Wettbewerbs, Büro relais Landschaftsarchitekten, Berlin, mit Ausarbeitung der Vorplanung beauftragt (im Bild der Vorschlag von relais für die Umgestaltung des Umfeldes am neuen Mainsteg vor den Mainfrankensälen.

Das Gremium stimmte nun zu, bei der Regierung von Unterfranken einen Antrag auf Aufnahme in das Bayerische Städtebauförderungsprogramm als Einzelmaßnahme und bei positiver Bewertung im Anschluss einen entsprechenden Zuwendungsantrag zu stellen.

In einer spektakulären Aktion war bereits im Februar 2018 die Rodung der Bäume und Sträucher über die Bühne gegangen, die auf Veitshöchheimer Seite vis a vis der Mainfrankensäle auf dem Dreschplatz und den angrenzenden Freizeitanlagen dem neuen Mainsteg und seiner 100 Meter langen Rampe entlang dem Mainufer im Wege stehen.

Rückblick auf die Jahre 2010 /2011

In der Jahreschronik ist zu lesen, dass der Ludwig-Volk-Steg nicht den Anforderungen  der Schifffahrt bezüglich Lichtraumprofil (Höhe zwischen Wasserspiegel und Stegkonstruktion zu gering) nicht genügt, die Pfeiler nicht den notwendigen Anstoßlasten stand halten und auch nicht die Belange behinderter und mobilitätsbeeinträchtigter Menschen erfüllt. Ein Umbau und eine Ertüchtigung des bestehenden Steges, so hieß es, sei im Vergleich zu einem gänzlichen Neubau nicht wirtschaftlich.

Bei einem Neubau, so wurde der Gemeinde Margetshöchheim als Baulastträger schmackhaft gemacht, würden sich durch eine Kostenbeteiligung des Bundes und der Inaussichtstellung von Fördermitteln des Freistaates Bayern nach dem Gemeindefinanzierungsgesetz optimale Finanzierungsbedingungen ergeben.

Der Standort der Trassenführung war lange umstritten. Das bei der Gemeinde Anfang Februar eingegangen Bürgerbegehren mit über 1000 Unterschriften musste wegen Formfehler von den Initiatoren wieder zurückgezogen werden.

Als Kompromiss fand schließlich als letzte Variante der Standort "Dreschplatz/Mainfrankensäle - Seglergelände Margetshöchheim" mit einer Zweipylonen-Lösung mit Schrägausführung die Zustimmung von beiden Gemeinderäten bei geschätzten Kosten von 4,4 Mio. Euro.