Overblog
Edit post Folge diesem Blog Administration Login + Create my blog

Bericht ergänzt: Zweite Sitzung des Superjumboloanser Umweltbeirates: Vorstellung der Brainstorming (Ideenfindungs)-Anregungen

Veröffentlicht am von Dieter Gürz

Zu seiner zweiten Sitzung nach der Gründung am 11. Juli 2019 (siehe nachstehender Link auf Bericht auf Veitshöchheim News)  traf sich heute der Umweltbeirat der Gemeinde im Sitzungssaal des Rathauses.

Der Leiter des Beirates, der Umweltreferent des Gemeinderates Günter Thein konnte erfreut berichten, dass die Beirats-Mitglieder in der Zwischenzeit sehr kreativ waren und ihm jede Menge Ideen und Vorschläge für Maßnahmen,  Handlungsoptionen und notwendige Informationen per E-Mail kund taten:

1

Fridays for future unterstützen, keine Lippenbekenntnisse sondern echte politische Unterstützung der Forderungen

2

Aufnahme eines Friday for future - Vertreters in den Umweltbeirat

3

Ziele definieren, wo VHH hinsichtlich Artenschutz, Klimawandel, Verbraucherverhalten (Plastik, Müllvermeidung, etc.) in fünf oder zehn Jahren stehen will 

4

Wiederbeleben des Umweltpreises, Kriterien überarbeiten

5

ständig wachsender Freizeittourismus in der Flur, Vermüllung, frei laufende Hunde, Hundekot

6

Lebensmittelverschwendung, Umgang mit Lebensmitteln, z.B. Einkauf, Lagerung

7

Regionaler und saisonaler Einkauf von Lebensmitteln

8

Thema: ""Unternehmen schaffen biologische Vielfalt", Vortrag von Dr. Kolesch, LWG-Präsident, bei dem Treffen der Firmen mit dem Bürgermeister im Herbst, verbunden mit einem kleinen Wettbewerb

9

Schule Umweltbildung, Anbieten von Seminaren und Workshops durch Natur-u. Umweltverbände  

10

Unterstützung von regionalen Supermärkten welche Alternativen zu herkömmlicher Plastikverpackung anbieten

11

Einbau von Zisternen bei Neubauten: Regenwasser zum Gartengießen

12

Themen: Naturnahe Gartengestaltung, freilebende Wildtiere, Lebensraum Hecke, Bedeutung von Feuchtbiotopen, Nutzung alternative Energie, Müllvermeidung - Für Erwachsene und Kinder/Jug. - Unter Einbindung interner und externer Referenten" 

13

Öffentlichkeitsarbeit: Plakataktionen, Regelmäßige Informationen, z.B. Website, Veitshöchheim Aktuell, Veitshöchheim blog

14

Exkursionen in der Flur (unter Beteiligung des Forstes, Landwirtschaft, Jägerschaft etc.)

15

Lokal & Bio, Förderung von ökologischer Landwirtschaft mit "Absatzgarantie" durch lokale Geschäfte

16

"Aufräumtag"  bzw. Müllsammelaktion in der Veitshöchheimer Flur und Wald, für jedermann mit Flurbegang  z.B. durch Vereine mit Bevölkerung  

17

Ziel bis 2025:Verdoppelung des Baumbestandes im öffentlichen und privaten Bereich. Dafür Liste im Internet, in der jeder neue Baum eingetragen werden kann.

18

Arten- und Naturschutzaktionen zum Mitmachen (z.B. Nistkastenaktion)

19

Gemeinsame öffentliche Aktionen ==> Baumpflanzaktionen, Biotoppflegemaßnahmen etc.

20

Direkte Absprache von einzelnen Aktionen in der Flur (z.B. Jäger/Naturfreunde)  

21

Wiederherstellung/Pflege von Streuobstwiesen, z.B. mit Main-Streuobst-Bienen-eG

22

Waldkindergarten, Bau und Unterhalt durch die Gemeinde Hinweisschilder/Schaukästen mit Informationen und ggf. auch Verboten

23

Anlegen zusätzlicher & Pflege bestehender Feuchtbiotope (Gemeinde/Vereine) 

24

Renaturierung Dürrbach (Gemeinde/Interessensgruppen)

25

Landschaftsplan überprüfen auf Realisierung   

26

Zurückdrängung des Flächenfraßes durch gesetzliche Regelungen bzw. Unterstützung des Volksbegehrens "Flächenfraß beenden"

27

Organisation und Unterstützung eines alternativen Tages der Bundeswehr z.B. auf dem Gelände des Naturfreundhauses. Nicht nur aus Umweltschutzgründen sollten die Handlungen und die Kosten der Bundeswehr genauer betrachtet werden (Flächenbrände, Umweltschäden durch den Angriffskrieg auf die BR Jugoslawien, das Massaker bei Kundus, Öl-, Material- und sonstiger Ressourcenverbrauch, Übersicht CO2-Ausstoß)

28

Keine Umwandlung von Ackerland in Solaranlagenflächen   

29

kein Abholzen von Bäumen für die Errichtung von Windkraftanlagen (Wege, Fundamente für Kräne, Windrad)

30 Blühstreifen, Blühflächen
31 Das "Grüne Band von VHH"
32  Randstrukturen mit Totholz      
33 "Was wird die Gemeinde bei der Anlage, Pflege, Umbau tun --> Klimabäume, Mähzeitpunkt,Blühflächen, Totholz für Wildbienen, Blühflächen, Nistkästen für Fledermäuse, Vögel"  
34 Walderhalt und Waldumbau 
35 Verzicht auf Plastikplanen zur Brennholzabdeckung im Wald     
36

Anlage eines Naturgartens unter Berücksichtigung des Klimawandels auf der Freifläche vor den Mainfrankensälen mit umweltpäd. Konzept

37 Pflegekonzept für alle öffentlichen Grün- und Verkehrsflächen erstellen
38 Aufwerten von Flächen
39

Erstellen eines Grünen Netzes Veitshöchheim (durch Ausgleichsflächen, Ökokontoflächen und Ergänzungen mittels Blühstreifen u.a.)

40

Verschmälerung von (zu) breiten Straßen mit Grünstreifen oder Parkbuchten im Wohngebiet (Reduzierung derf Geschwindigkeit, weniger Oberflächenwasser durch Grünstreifen und Bauminseln,..) z.B. Speckertsweg, Am Speckert

41 Steigerung der Blühflächen auf Gemeindeflächen, auch unter Einbeziehung geeigneter Dachflächen  
42 Begrünung von Flachdächern (insbesondere Garagen, etc.) 
43  Information über Bienen-/Insektenfreundliche Balkonkästen  
44 Reduzierung oder Verbot von "Kiesgärten" -

  "Erstellen einer Satzung zum Verbot von ""Kiesgärten"" verbunden mit Information über mögliche pflegeleichte Alternativen" 

45 Unterstützung der Eigentümer für Strukturen im Klein- und Privatgarten
46 Reduzierung der Treibhausgase
47 Paketabholstation für private Paketlieferungen an stark frequentiertem Ort (z.B. Maincenter) - alternativ: nur Zustelldienste mit klimaneutralem Fahrzeugantrieb in den Ort lassen
48  Carsharing, Ausbau und Unterstützung
49 Fahrgemeinschaften, evtl. durch ein Internet-Angebot ergänzen mit Suche und Biete für VHH
50 EEG - Umsetzung, Förderung von erneuerbaren Energie-Anlagen
51 konsequenter Verzicht in Stadtverwaltung und öffentlichen Einrichtungen auf Strom - Mix mit Atom
52 Zielsetzung VHH wird Energieautark
53 Bereitstellung einer Wasserstofftankstelle      
54 Grundsatzbeschluss des Gemeinderates: Alle Beschlussvorlagen und Beschaffungen sind auf ihre Klimarelevanz hin zu prüfen und ggf. bessere Alternativen zu suchen.  
55 Förderung des ÖPNV, Elektromobilität 
56 ÖPNV ausbauen zum leichteren Umstieg von Individual- zum öffentlichen Nahverkehr 
57 2. Auto abschaffen, ÖPNV-Prämie (vergünstigte oder kostenfreie Nutzung)   
58

Konversion, insbesondere für VHH Erstellung von Planungen zur Umwandlung militärischer Objekte in zivile Nutzung

59 Ausbau der Elektroladestationen für Fahrräder und Autos
60 Ansiedlung eines Unverpacktladens 
61 Regelmäßig Veröffentlichungen im Mitteilungsblatt mit Tipps zum klimaneutralen Verhalten
62 Ernährung, Müllvermeidung, Reiseverhalten     
63

Überarbeitung der Beschilderung der Land- und Forstwirtschaftlichen Wege zur Reduzierung des Kraftfahrzeugverkehrs in der Flur (z.B. EU-Mittelpunkt)

64 Überwachung bestehender Verkehrsverbote  
65

Schutzmaßnahmen gegen übermäßige Beunruhigung des Wildes/Ausweisung von Wildruhezone (ggf. auf freiwilliger Basis)

 

Der Beirat stand nun vor der Frage: Wie soll man mit diesen 65 Anregungen umgehen?

Es wurde als sinnvoll angesehen, Prioritäten festzulegen und wer für was zuständig ist bzw. Arbeitsgruppen für bestimmte Bereiche zu bilden, in die auch Leute aus der Bevölkerung zur Mitarbeit animiert werden können. Es wurde klargestellt, dass bei einigen Punkten vor Ort keine Einflussmöglichkeit besteht bzw. ohne örtlicher Relevanz sind wie bei Nrn. 27 und 58 "Bundeswehr" und zum Teil auch schon Aktionen laufen wie bei Ziff. 24 "Renaturierung des Dürrbaches" oder zu Ziff. 30 "Blühflächen" ein Förderprogramm der Gemeinde oder Aktionen wie Ziff. 48 "Carsharing" mangels Nachfrage wieder eingestellt wurden.

Zu Ziff. 17 "Baumpflanzungen" und 44 "Verbot von Kiesgärten" wurde ein sofortiger Handlungsbedarf  für das neue Baugebiet "Sandäcker" gesehen. Bürgermeister Jürgen Götz sicherte zu, zu prüfen, inwieweit bei der laufenden 1. Änderung des Bebauungsplanes hier noch durch entsprechende Regelungen eingewirkt werden kann. Angeregt wurde diesbezüglich auch eine Beratung der Bauwerber zwecks Anlage naturnaher Gärten und möglicher Baumpflanzungen.

Bezüglich des Vorschlages Nr. 25 "Überprüfung des Landschaftsplanes", Nr. 31 "Grünes Band", Nr. 38 "Aufwerten von Flächen" und Nr. 39 "Grünes Netz" wurde von Landwirt Walter Dieck darauf hingewiesen, dass die Gemarkungsfläche Veitshöchheim nur 1.076 Hektar umfasst, davon 334 Hektar Ackerland und 234 Hektar Wald und in der Vergangenheit schon viel zur Aufwertung von Flächen getan wurde (Nachstehende Daten wurden den Kommunaldaten des Stat. Landesamtes entnommen).

 Es biete sich an, mit dem Ersteller des Landschaftsplanes abzuklären, welche Ziele - siehe nachstehende vor 10 Jahren erstellte Folie  z.B. zum Biotopverbund noch aktuell von Bedeutung sind. Der Bürgermeister wies darauf hin, dass im Bayern Atlas (siehe Link unten) Biotope, Ökokonto und Schutzgebiete kartiert sind.

 

Revierförsterin Annette Fricker betonte, dass der Gemeindewald ein Mischwald mit großer Artenvielfalt ist, der naturnah beZusätzlich rgäwirtschaftet wird und deshalb hier zusätzliche Baumpflanzaktionen derzeit nicht erforderlich sind.

Ergänzend zum Ideenkatolog wurde eine Pflanzbörse für Bäume und ggf auch für Clematis, Rosen etc. angeregt.

Erörtert werden soll in der nächsten Sitzung auch die Ziele des vom Gemeinderat im November 2011 verabschiedeten Leitbildes für Veitshöchheim, insbesondere für welche konkret, soweit noch nicht erfolgt, eine Umsetzung in Angriff genommen werden sollte.

Das Leitbild enthält u.a. folgende Ziele:

Natur und Landschaft

6. Naturnahe Talräume und Grünschneisen werden von weiterer Bebauung freigehalten und entsprechend gepflegt oder renaturiert. Bei Biotopzerstörung oder Beeinflussung sind echte Ausgleichsflächen, keine kosmetischen Verbesserungen bestehender Biotope umzusetzen. Die Artenvielfalt muss erhalten oder lokal erhöht werden. Nach Möglichkeit werden beanspruchte Flächen zurückgebaut oder entsiegelt.

Klimaschutz und Energie-Effizienz

1. In der Gemeinde Veitshöchheim soll ein örtliches Klimaschutzbündnis geschaffen werden, es soll das Ziel der CO2-Neutralität für 2030 angestrebt werden. Bauvorhaben, insbesondere kommunale Bauvorhaben sollen prinzipiell auf CO2-Neutralität ausgerichtet sein, Abweichungen sind zu begründen.

2 Maßnahmen zur Energieeinsparung, die Verbreitung regenerativer Energieträger sowie Maßnahmen zur Energieeffizienz werden gefördert.

Verkehr

1. Die innerörtliche Mobilität soll nicht ausschließlich autozentriert sein, sondern die verschiedenen Verkehrsmittel und Verkehrsteilnehmer werden gleichberechtigt behandelt.

2. Die innerörtlichen Verkehrsströme sollen möglichst emissionsfrei gestaltet werden. Der innerörtliche Autoverkehr soll dabei wirksam reduziert werden.

3. Der Altort soll zu bestimmten Zeiten vom automobilen Durchgangsverkehr freigehalten werden

4. Öffentlicher Nahverkehr wird durch eine Ringanbindung des Bahnhofs gefördert.

5. Es wird ein innerörtliches Radwegenetz entwickelt.

] 2011_07_12_AGENDA-21_LEITBILD

Link auf Leitbild

Außerdem wurde vom Bürgermeister vorgeschlagen, das vom Gemeinderat verabschiedetete Klimaschutzkonzept mit Energieleitplan unter die Lupe zu nehmen, was hier noch konkret zur Umsetzung ansteht (siehe nachstehende Links).

Hingewiesen wurde weiter auf das vom Agenda 21-Arbeitskreis erstellte Konzept "Walderlebnisorte/Klimaschutzerlebnisorte

Am 23. Januar 2017 hatte der Gemeinderat hierzu beschlossen (Vorbericht siehe nachstehender Link):

Umsetzung erster Klimaerlebnisorte

Im Haushalt werden Planungskosten in Höhe von 10.000 € veranschlagt (15 Ja- und 10 Neinstimmen).

Das Projekt wurde jedoch bislang nicht weiterverfolgt.