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Mit 80 Jahren unternimmt der Superjumboloanser Günter Röhm seine sechste Pilgerreise mit dem Fahrrad, dieses Mal in die Ewige Stadt Rom

Veröffentlicht am von Dieter Gürz

Nur wenige Tage nach seinem 80. Geburtstag am 4. August macht sich der Veitshöchheimer Günter Röhm am Samstag auf den Weg zu seiner sechsten langen Pilgerreise, nachdem zuvor der Neupriester Frank Elsesser sein Fahrrad gesegnet und Gott darum gebeten hatte, seine schützende Hand über den Pilger zu halten und dass dieser genug Zeit zum Verweilen hat sowie um ein glückliches Wiedersehen (Foto Christa Röhm).

Wie vor dreißig Jahren anlässlich seines 50. Geburtstages ist wieder das 1.500 Kilometer entfernte Rom das Ziel. Bis zu seiner Pensionierung 2002 hatte Röhm 40 Jahre lang für die mittelständische Baufirma Löhe & Co als Tiefbauingenieur gearbeitet.  Als Rentner suchte er dann in den Jahren 2002, 2005, 2007 und 2014 auf vier unterschiedlichen das Apostelgrab des Heiligen Jakobus im Wallfahrtsort Santiago de Compostela im Nordwesten Spaniens auf. Dabei legte er, immer allein auf sich gestellt,  über 12.000 Kilometer auf seinem Drahtesel zurück. Ausgangspunkte waren auch Jerez de la Fronera im Süden Spaniens sowie  Veitshöchheims französische Partnerstadt Pont-L’Evêque in der Normandie.

Seine letzte anstrengende, über 3.634 Kilometer und 75 Tage gehende Pilgerreise nach Santiago über Speyer, Lyon, Barcelona und Madrid hatte Röhm im Jahr 2014 aus Dankbarkeit über die Gesundung   von einer Tumorerkrankung im Halsbereich. unternommen. Unterwegs feierte er damals seinen 75. Geburtstag.

Wie 2014, als er seine Pilgerreise nur kurze Zeit nach einer vierwöchigen Reha unternahm, hatte auch dieses Mal der Klinikdirektor Professor Dr. Hermann Einsele von der Uni-Klinik II in Würzburg ihn auf Herz und Nieren geprüft. Trotz seines hohen Alters gab der Professor ihm erneut grünes Licht für die beschwerliche Reise in die "Ewige Stadt" Rom, für die Röhm 25 Tage eingeplant hat. Durchschnittlich sind es 60 Kilometer, die er sich täglich vorgenommen hat.

Die von Röhm ausgewählte Route für die Via Francigena, dem Frankenweg zur Grabstätte der Apostel Petrus und Paulus in Rom führt über Rothenburg, Nördlingen, Donauwörth, Augsburg, Landsberg, Schongau, Garmisch, Innsbruck, Meran, Bozen, Verona, Parma ans Mittelmeer bei La Spezia und dann an der Küste entlang über Livorno nach Rom.

Keine Frage, dass sich der Abenteurer einen Pilgerpass ausstellen ließ, der ihm die Tore zu günstigen und einfachen Pilgerunterkünften öffnet. In diesen eingetragene Stempel von Kirchen und Klöstern bestätigen den Ablauf der Pilgerschaft. So erhält Röhm dann am Ende in Rom eine Urkunde (Testimonium), dass er die Pilgerschaft erfolgreich absolviert hat. Unterwegs hat er fest im Visier die Jakobuskirche in Rothenburg ebenso die Wieskirche und Kloster Ettal sowie Maria Waldlust in Innsbruck, den Kreuzgang des Domes in Bozen. Bekannte will er bei einem Abstecher in Bruneck im Herzen des Pustertals und in Verona besuchen. Unschlüssig ist der Radler noch, ob er auch einen Umweg über Florenz macht. Und guter Hoffnung ist der Senior, dass ihn seine Frau Christa in Rom in Empfang nimmt und dann mit ihm im Zug nach Veitshöchheim zurückfährt.

Wichtig ist für den Pilger, unterwegs täglich viel zu trinken und auch Magnesium als Nahrungsergänzung zu sich zu nehmen. So führt er in Reichweite seiner Hände auf dem Fahrradrahmen zwei Isolierflaschen mit und legt  Wert auf eine ausgewogene Ernährung und auf eine leichte Kost. Er favorisiert dabei Thunfisch. Röhm: "Wenn Magen und Darm nicht in Ordnung sind, kann man nicht Fahrrad fahren."

In seinen insgesamt 25 Kilogramm schweren  vier Packtaschen führt er neben Schlafsack und Regenschutz nur noch eine zweite Garnitur Funktionswäsche sowie Toilettenartikel, Erste-Hilfe- und Reparatur-Beutel mit. Allein vier Kilogramm wiegen Kartenmaterial, Reise- und Sprachführer.

"Ich bin ein sportlicher Typ" sagt der 80jährige nicht ohne Stolz. So brauche er nicht viel Training, um fit zu sein. Einmal wöchentlich gehe er zum Kraftsport und mit dem Rad sei er nur in den 14 Tagen vor seiner Pilgerreise Rad gefahren, so an die 200 Kilometer.