Overblog
Edit post Folge diesem Blog Administration Login + Create my blog

Ferienausschuss lehnte Bauvoranfrage für ein Einfamilienhaus ab - Das Gewerbegebiet nördlich des Güßgrabens bedarf einer bauleitplanerischen Neuordnung

Veröffentlicht am von Dieter Gürz

Abgelehnt wegen Nichteinfügen in die gewerbliche Nutzung der näheren Umgebung, Bebauung in dritter Reihe und der Festsetzungen als Gewerbefläche im Flächennutzungsplan hat der Ferienausschuss der Gemeinde am Dienstag die Bauanfrage privater Bauherren für ein Einfamilienhaus im oberen Bereich dieser bis zum Mainuferweg gehenden Grünfläche.

Um eine Bebauung zur Wohnnutzung auf diesem Grundstück Flurnummer 2956 zu ermöglichen, hält das Gremium eine Änderung des Flächennutzungsplanes, verbunden mit der Aufstellung eines Bebauungsplanes für erforderlich, um eine geordnete Erschließung des Areals sicherzustellen.

Der Ferienausschuss stellte deshalb eine "wohlwollende" Beurteilung in Aussicht, sofern ein Antrag auf geordnete Überplanung des Gesamt-Areals im Bereich nördlich des Güßgrabens durch die Eigentümer gestellt wird. Die Kosten für die Überplanung, so der Beschluss, wären allerdings mit Abschluss eines entsprechenden städtebaulichen Vertrages von den Antragstellern zu übernehmen.

Für das Gebiet nördlich des Güßgrabens, in dem sich das geplante Einfamilienhaus (roter Kreis) zwischen dem Abfallwirtschaftsbetrieb Team Orange und der seit 2017 leerstehenden Produktionshalle der in die Raiffeisenstraße 13 umgesiedelten alfred rexroth Metallbearbeitungs GmbH befindet, hatte der Gemeinderat in der Dezember-Sitzung 2017 den Erlass einer Vorkaufsrechtsatzung beschlossen (siehe nachsehender Link auf Veitshöchheim News-Bericht vom 6.12.2017).

Es könnte sein, so hieß es zur Begründung, dass Team Orange nicht nur, wie inzwischen geschehen einen Teil ins Gewerbegebiet der Gemeinde verlagert, sondern mittelfristig vielleicht auch ganz den Standort am Güßgraben (siehe Foto) aufgibt. Eine Vorkaufsrechtssatzung räume für den Fall, dass es zu einer Veräußerung kommt, der Gemeinde die Möglichkeit ein, die Situation zu bewerten und gegebenenfalls Flächen dort zu erwerben.

Ursprünglich war dieses östlich von Team Orange gelegene, der Gemeinde gehörende Grundstück für eine Erweiterung des Abfallwirtschaftsbetriebes vorgesehen. Davon hat jedoch das Kommunalunternehmen des Landkreises Abstand genommen, so dass auch diese Fläche der Gemeinde für eine Bebauung zur Disposition steht.

(Im Hintergrund befindet sich links vom gelben Haus der Bereich , in dem die Antragsteller der Bauvoranfrage ein Einfamilienhaus errichten möchten).

Zur Disposition steht auch die nur über einen Privatweg (Foto links) anfahrbare  Gewerbehalle der alfred rexroth Metallbearbeitung GmbH (rechts - in der Bildmitte hinter dem Wohnwagen befindet sich der geplante Standort für ein Einfamilienhaus). Die  Absicherung der  privaten Zufahrt durch eine Grunddienstbarkeit war nämlich zeitlich befristet.

Wie nun Bürgermeister Jürgen Götz in der Sitzung berichtete, haben die Eigentümer des Privatweges (denen auch das Grundstück im Bereich des geplanten Einfamilienhauses gehört)  einer „Verlängerung“ der dinglichen Sicherung dieser Zufahrt im Grundbuch nicht zugestimmt, so dass das Rexroth-Grundstück nunmehr rechtlich keine gesicherte Erschließung mehr hat. Die Firma Rexroth sei deshalb auf die Gemeinde Veitshöchheim zugegangen, mit der Bitte um Prüfung, ob durch eine entsprechende Bauleitplanung im Bereich nördlich des Güßgrabens die Erschließung ihres Grundstücks sichergestellt werden kann.

Das Team Orange-Gelände war auch ebenso wie das daran angrenzende gemeindliche Grundstück am Güßgraben Gegenstand eines Ideenwettbewerbs im Rahmen des Realisierungswettbewerbs im Umfeld des alten Mainstegs (siehe nachstehender Link auf Bericht auf Veitshöchheim News vom 12. Oktober 2018).

Aufgabe der Planer war es nämlich auch, für das Gelände im Umfeld von Team Orange einen städtebaulichen Ideenteil zu liefern. Während die ersten Preisträger relais-Landschaftsarchitekten in Berlin hier zwei Wohnhöfe (Geschosswohnungsbau, alternativ Reihenhäuser) strukturierten, kam von einem dritten Preisträger der vom Preisgericht für gut befundene Vorschlag, hier auch ein hochwertiges Hotel in 1a-Lage nah am Wasser zu integrieren. Diese Planungsansätze sollen laut Gemeinderatsbeschluss vom ersten Preisträger bei der weiteren Planung mit bedacht werden.

Auch die Umsetzung dieser Planung würde eine Änderung des Flächennutzungsplanes und die Aufstellung eines Bebauungsplanes bedingen.

 

Fotos (c) Dieter Gürz