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Superjumboloanser Rathausbedienstete tauchten auf dem Hockenheimring in die Welt des Rennsports ein

Veröffentlicht am von Dieter Gürz

In die Welt des Rennsports eintauchen und den Hockenheimring Baden-Württemberg hautnah erleben konnten am Donnerstag die 85 Teilnehmer des Betriebsausfluges der Gemeinde Veitshöchheim bei einer 90-minütigen Insider-Führung (im Bild an der Ziellinie).

In die Welt des Rennsports eintauchen und den Hockenheimring Baden-Württemberg hautnah erleben konnten am Donnerstag die 85 Teilnehmer des Betriebsausfluges der Gemeinde Veitshöchheim bei einer 90-minütigen Insider-Führung (im Bild an der Ziellinie).

Der im Mai 1932 eröffnete und 2002 für 62 Millionen Euro umgebaute Hockenheimring ist eine der modernsten Rennstrecken der Welt mit einem Fassungsvermögen von 120.000 Zuschauern. Betreiber ist die Hockenheim-Ring Gmbh, deren Gesellschafter die Stadt Hockenheim zu 94 Prozent und der Badische Motorsport Club (BMC) zu 6 Prozent sind. 

Erfahrene Moderatoren informierten und erzählten Geschichte und Geschichten rund um den Hockenheimring live an den einzelnen Stationen. Mit der Formel 1 und der DTM wird internationaler Premium Motorsport geboten. Heiße Dragster-Duelle, packende Motorradrennen, spannende Oldtimerläufe und zahlreiche Open-Air Konzerte gehören zu dem Event-Portfolio dieser faszinierenden Multifunktionsarena mit über 700.000 Besuchern im Jahr.

Der Formel-1-Zirkus machte hier 1970 (Sieger Jochen Rindt) erstmals Station. Der vom AvD ausgerichtete Große Preis von Deutschland fand dann ab 1977 (Sieger Niki Lauda) immer hier in der Kurpfalz statt, mit Ausnahme von 1985, das nächste Mal in drei Wochen vom 26. bis 28. Juli. Die 4.574 Meter lange  Rennstrecke weist 17 Kurven und sechs Geraden auf.

Im Motodrom gehen aber auch gigantische Open-Air-Konzerte und Festivals von Mega-Stars über die Bühne mit Besucherzahlen pro Tag von um die 100.000, erstmals 1988 mit Michael Jackson (auch 1997), später gastierten hier auch Tina Turner, Genesis, Pink Floyd, Rolling Stones und Robby Williams. Die australischen Hardrock-Giganten AC/DC ließen nach 2001, 2003 und 2009 die Luft am Ring auch 2015 vor 105.000 Fans brennen. Zuletzt tat dies dann am 22. und 23. Juni 2019 Superstar Ed Sheeran im Rahmen seiner großen Europatournee mit mehr als 200.000 verkauften Tickets.

Doch wie ein Führer erzählte, hat die GmbH tiefrote Zahlen hauptsächlich durch die hohen Schulden, die der Streckenumbau im Jahr 2002 verursachte. Im April 2018 hatte die GmbH laut Rhein-Neckar-Zeitung  27 Millionen Euro Schulden. Aufgrund der drückenden Zinslast und der Höhe der Tilgungen gelinge es nur, die laufenden Kosten für Instandhaltung und Wartungen in Höhe von 705.000 Euro jährlich aufzubringen. Defizitär sei die Formel 1.

Das  Bauvorhaben des Porsche Experience Centers  (auf dem Foto oben vor der Osttribüne) soll eine dicke Summe in die klamme Kasse der Betriebs-GmbH spülen. Hier kann man laut Rhein-Neckarzeitung ab Herbst 2019 die Sportwagenmarke Porsche hautnah erleben. Porsche zahlt an den Hockenheimring dafür Pacht. Auch das nebenan gelegene Gelände des bisherigen ADAC-Fahrsicherheitszentrums wird Porsche anmieten und für Trainings- und Handlingsfahrten nutzen sowie einen Offroad-Parcours anlegen. Es ist nach Leipzig, Le Mans, Silverstone, Atlanta, Los Angeles und Shanghai das siebte Kundenerlebniszentrum dieser Art. Auf 4500 Quadratmetern über drei Etagen verteilt sollen Eventflächen, Veranstaltungsräume, Werkstätten sowie Showrooms entstehen

Aus luftiger Höhe, 30 Meter über der Zielgeraden, eröffnete sich den Betriebsausflüglern der Gemeinde auf der nachträglich aufgesetzten Erweiterung der Südtribüne ein einmaliger Blick fast über das gesamte Motodrom.

Von hier hatte man auch einen direkten Blick auf die 402 Meter (Viertelmeile) lange Rico Anthes Quartermile. Zum 33. Mal fanden auf dieser im August des Vorjahres die NitrOlympX, Europas größte Drag Racing Veranstaltung statt. Wenn die Top Fuel-Dragster mit an die 10.000 PS über die 1000 Fuß-Strecke jagen, herrscht "Erdbebengefahr". Im Vorjahr brannte der Brite Liam Jones mit einer Zeit von 3,882 Sekunden und einer Endgeschwindigkeit 501,17 km/h einen neuen Streckenrekord in den Asphalt, der hier auf dem Foto zu sehenden Rennbahn.

Und von hier konnte man 90 Grad in die andere Richtung die Start- und Zielgerade der Fomrel 1-Rennen mit dem Start- und Zielhaus und den Fahrerboxen einsehen.

Gas gaben beim Besuch der Veitshöchheimer auf dem Hockenheimring gerade die Motorradfahrer im Rahmen eines Ducati 4U Renntrainings.

Wie der Guide berichete, gab es erst Tage zwei zuvor auf der Rennstrecke einen schweren Unfall, als ein 38-jähriger Motorradfahrer bei der Einfahrt ins Motodrom bei hoher Geschwindigkeit die Kontrolle über sein Motorrad verlor und stürzte. Dabei rutschte er in die aufgeschichteten Reifenstapel, die als Streckenbegrenzung am Ende der Auslaufzone dienen, und wurde lebensgefährlich verletzt. 

Seite an Seite stehen im Fahrerlager bei Großveranstaltungen millionenschwere Rennfahrzeuge, hochtechnisierte Spezialwerkstätten und edle Hospitality-Einheiten. Ein weitläufiges Areal mit bester Infrastruktur.

Hier konnten die Ausflügler die Box besichtigen, die beim Großen Preis von Deutschland Weltmeister Lewis Hamilton bezieht.

Zu bestaunen waren hier an diesem Tag Motorrad-Rennmaschinen, wie sie auch beim IDM-Rennen auf dem Hockenheimring am 27.-29. September 2019 im Einsatz sind.

Wie hier über den Fahrerboxen gibt es drei VIP-Bereiche bei Großveranstaltungen, d.h. 1510 VIP-Plätze pro Veranstaltungstag auf 2500 m2 .

Im Obergeschoss des Start-/Ziel-Hauses laufen bei den PS-Events alle Fäden zusammen. Race-Control, Zeitnahme und Rennleitung sind hier zuhause. Hier konnten die Besucher aus Franken Platz nehmen und das organisatorische Herz der Rennstrecke unter die Lupe nehmen.

Der begehrteste Platz bei Rennfahrern ist der auf dem Siegerpodest. Auch hier durften die Veitshöchheimer Platz nehmen und für ein Foto die Schampus-Flasche hochstemmen und die Siegerpose einnehmen.

In der Südtribüne ist das 54-Betten-Hotel Motodrom mit Restaurant eingebaut.

Nach dem Ende des Motorrad-Trainings konnte die Reisegruppe mit dem Bus das Gelände rund um die Osttribüne erkunden. Von hier aus können die Besucher neben der superschnellen 1,1 Kilometer langen Vollgas-Parabolika mit Geschwindigkeiten bis zu 330 km/h auch die Spitzkehre einsehen, wo die die Formel 1-Fahrer von der absoluten Höchstgeschwindigkeit im sechsten Gang hart abbremsen müssen, um diese dann im ersten Gang bei 60 km/h zu durchfahren.

Weitere Impressionen

 

Blick bis nach Heidelberg mit dem Handy-Zoom

 

Fotos: Dieter Gürz

Fotos: Dieter Gürz