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Baubeginn erfolgt für 5,1 Mio. Euro teure energetische Sanierung der 54 Bundeswehr-Wohnungen der Gemeinde Superjumboloans

Veröffentlicht am von Dieter Gürz

Für 5,1 Mio. Euro führt die Gemeinde eine energetische Sanierung der 54 Wohnungen der drei Wohnblöcke der von ihr in den 60er Jahren gebauten Bundeswehrwohnanlage Heidenfelder Straße 20 - 28 und Wolfstalstraße 30 - 34 durch. In dieser Woche begann die Firma PK Abbruch GmbH, Marktbreit mit den für 85.871 Euro vergebenen Abbrucharbeiten. Erste Maßnahme war das Absägen der Balkone auf der Südseite des Wohnblocks Heidenfelderstraße 20-22, die zur Vermeidung von Wärmebrücken durch vor die Fassade gestellte Stahlkonstruktionen ersetzt werden. Auf dem Foto macht sich davon Bürgermeister Jürgen Götz (li.) bei einer Baustellenbesichtigung ein Bild und lässt sich über den Bauablauf informieren durch v.l.n.r. Architekt Volker Ruhl von der Ruhl+Albert GmbH Architekten und Ingenieure, den gemeindlichen Hochbaureferentinnen Sabine Hartmann und Juliane Strifler und Diplom-Ingenieur Rainer Martin mit Mitarbeiter Javier del Pino vom Fachplanungsbüro für Technische Gebäudeausrüstung in Üttingen.

Die etwa zu 90 Prozent von derzeitigen und ehemaligen Bundeswehrangehörigen bewohnte Anlage mit 42 Drei-Zimmer-Wohnungen und je sechs Zwei- und Vierzimmerwohnungen wird als KfW-Effizienzhaus 85 saniert, mit der Folge, dass die Gemeinde die gesamte Investition mit einem  KfW-Förderdarlehen mit 17,5 Prozent Tilgungszuschuss bei einer Laufzeit von 20 Jahren mit einem effektiven Jahreszins von - 1,41 Prozent rentierlich ohne zusätzliche Haushaltsbelastung finanzieren kann.        

Die Ausführung erfolgt sukzessive in drei Bauabschnitten. Die für 861.000 Euro mit den Rohbau‐ und Maurerarbeiten beauftragte Firma Florian Wallrapp GmbH, Theilheim dämmt so als erstes die Fassade des Wohnblocks Heidenfelder Straße 20-22 (Foto), dann als zweiten Bauabschnitt Heidenfelder Straße 23-28 und als dritten Abschnitt Wolfstalstraße 30-34. Überlappend betragen so laut Architekt Volker Ruhl die Bauzeiten für den 1. BA ein halbes Jahr, für den 2. BA ein drei Viertel Jahr und für den 3. BA ein ganzes Jahr.

Erstmalig im Umkreis von Würzburg verwendet das Architekturbüro Ruhl+Albert als Dämmmaterial für die Fassade umweltschonende Poroton-Ziegel WDF, die unter anderem bessere Brandschutzeigenschaften, bessere Oberflächeneigenschaften gegen Spechtschäden und Veralgung sowie längere Streich-Intervalle  als Kunststoff-Dämmung haben und zudem voll recycelbar als Bauschutt sind.

Diese Wärmedämmfassade ist eine 18 Zentimeter dicke massive Hohl-Ziegelwand, die gefüllt mit dem natürlichen Dämmstoff Perlit vor der Fassade auf einem im Sockelbereich rundum das Haus errichteten Betonbalken vor der Fassade in die Höhe gemauert wird.

Die alten Fenster werden durch die Firma Arndt Fenstertechnik GmbH & Co. KG, Gattendor  gegen neue Kunststofffenster mit Dreifach-Verglasung ausgetauscht, Auftragsvolumen einschließlich Sonnenschutz 449.569 Euro.

Für jedes Fenster wird von der Firma BHP – Bad & Heizungspartner GmbH, Karlstadt für insgesamt 302.668 Euro eine dezentrale kontrollierte Lüftungsanlage eingebaut. Dazu werden die Außenwände des Hauses mit einem Kernlochbohrer ausgehöhlt und die Durchlässe mit einem Durchmesser von 18 Zentimeter mit einer Wandeinbauhülse versehen, in die die Lüftungsanlage eingesetzt wird. Nach außen hin wird die Hülse mit einer Wetterschutzhaube versiegelt, nach innen mit einer Innenblende.

Saniert werden auch die Dächer und in diesem Zusammenhang auch die oberste Geschoßdecke und die Kellerdecken gedämmt. Den Auftrag für die Dachdecker‐ und Spenglerarbeiten erhielt für 255.7966 Euro die Firma Michael Weckbart GmbH & Co. KG, Estenfeld.

Die für 432.000 Euro beauftragte Firma BHP – Bad & Heizungspartner GmbH, Karlstadt soll die zentrale Heizanlage austauschen gegen effiziente Gasthermen mit Brennwerttechnik in jedem Wohnblock mit Erneuerung der Warmwasserversorgung, weitgehend betrieben von bis zu 18 Quadratmeter großen Solarthermie-Anlagen auf den Dächern. 

Noch nicht vergeben sind die Verputzerarbeiten.

Das vom Bürgermeister vorgegebene Ziel, die Belastungen der 54 Mieter so gering wie möglich zu halten, stellt das Hochbaureferat der Gemeinde vor große Herausforderungen. Sie müssen mit jedem einzelnen in Absprache mit Fenster-, Lüftungs- und Heizungsmonteuren, Elektrikern, Verputzern und Malern einen Termin vereinbaren, dass die notwendigen Arbeiten in einer Wohnung möglichst an einem Tag über die Bühne gehen können.